Wie funktioniert Smart-Home Lichtsteuerung?

Wie funktioniert Smart-Home Lichtsteuerung?

Das passende Licht ist wichtig für unser Wohlbefinden. Doch wie sieht die richtige Beleuchtung aus? Bräuchte man nicht in jedem Raum ein individuelles Lichtszenario, das sich nach Bedarf regeln lässt? Aktuelle Studien aus aller Welt legen es nahe. Sie verweisen auf die Vorteile einer intelligenten Beleuchtung und ihrer positiven Auswirkung auf die Gesundheit. Doch wie kommt man zu so einer Art der Beleuchtung? Ganz einfach: mit Smart Home Lichtsteuerung. Hier erfährst Du, wie sie funktioniert, was Du in Sachen Licht generell wissen musst, und was Du brauchst, um das richtige Lichtszenario in jedem Raum einzurichten.

Was ist eine Smart Home Lichtsteuerung?

Normale Lampen betätigt man über Lichtschalter. Heutzutage lassen sich Lampen (wie andere Geräte im Smart Home auch) praktischerweise über das Internet miteinander vernetzen und anschließend von überall bequem steuern. Per Smartphone App, mit einem speziellen Bedienelement, über digitale Sprachassistenten (z. B. Alexa oder Siri) oder Gesten. Für den Start braucht es lediglich eine Zentraleinheit, die alle Leuchten, Taster, Steckdosen und Dimmer zentral vernetzt und so eine einfache Bedienung oder automatische Aktivierung ermöglicht. Das funktioniert heute schon ganz gut und ohne große Schwierigkeiten. Du musst nur auf das richtige Smart Home System setzen.

Smarte Beleuchtung – was gibt es zu beachten?

Beispiel für ein Einsteigerset mit den Grundkomponenten für eine Smart Home Lichtsteuerung

Technisch ist es im Grunde genommen ganz easy: die schon erwähnte Smart Home Zentraleinheit erwerben, smarte Steckdosen, Schalter und Taster kaufen und los geht‘s. Bei guten Smart Home Anbietern gibt es Starter-Sets, die den Einstieg erleichtern.

Was beim Thema Licht immer ganz wichtig ist: Unbedingt den Zweck des zu beleuchtenden Raumes beachten! Denn Licht taktet die „innere Uhr“ des Menschen und kann sie auch negativ beeinflussen.

Bevor Du Deine Smart Home Lichtsteuerung einrichtest, überleg Dir: Handelt es sich um einen Arbeits-, Schlaf- oder Wohnbereich? Der Fachmann spricht von „Zweckraum- bzw. Ambientebeleuchtung“. Je nachdem sollte die richtige Lichtfarbe und -temperatur sowie Wattzahl der Lampen gewählt und die Dimmbarkeit von Licht eingeplant werden. Pi mal Daumen lässt sich festhalten: Tagsüber ist kühlweißes Licht mit hohen Blauanteilen und hohen Beleuchtungsstärken zu empfehlen, denn es wirkt aktivierend. Abends empfiehlt sich warmweißes, gedämpftes Licht mit mehr Rotanteilen, denn das entspannt und sorgt für guten Schlaf.

Blaues Licht und hohe Beleuchtungsstärken für Zweckbeleuchtung

Tageslicht hat deutlich mehr Blau- als Rotanteile. Diese Art von Licht aktiviert und unterdrückt das Schlafhormon Melatonin, damit wir uns tagsüber gut konzentrieren können. Perfekt also für genau die Bereiche der Wohnung, in denen wir arbeiten oder wach sind und dies auch bleiben wollen. Für alle LUX-Nerds: Optimal ist Licht mit einer Wellenlänge von etwa 480 Nanometer in Kombination mit einer hohen Beleuchtungsstärke. Unsere Empfehlung für die Gestaltung dieses Lichtszenarios: großflächige Leuchten an der Decke, die für optimale Lichtverhältnisse im Raum sorgen. Zur Unterstützung kann zusätzlich als direkte Lichtquelle auch noch eine Schreibtischlampe mit kühlweißer Lichtfarbe im Smart Home System eingebunden werden.

Mit LUX und flexiblem Lichtkonzept gegen Depri-Stimmung am Schreibtisch

Das ist in unseren Breitengraden gerade in den eher dunklen Wintermonaten wichtig: Fast 40 Prozent der Deutschen leiden in dieser Zeit unter fehlender Antriebskraft und Stimmungsschwankungen, die sich zu Depressionen entwickeln können. Hier lässt sich mit aussteuerbarer Beleuchtung zum Glück gut entgegenwirken. Eine amerikanische Studie bestätigt außerdem, dass gutes Licht zu mehr Produktivität führt. In der Studie empfanden neun bis 31 Prozent der Personen, ihren Arbeitsplatz als unangenehm, wenn er nur mit direkt strahlenden Systemen beleuchtet war. 91 Prozent empfanden die Kombination aus direkter und indirekter Beleuchtung und vielen vertikalen Leuchten als angenehm. Noch besser war die Produktivität, wenn die Beleuchtung am Arbeitsplatz zusätzlich dimmbar war. Die Arbeiter waren wacher, ausdauernder und auch genauer in ihrem Job.

Gut zu wissen: Ältere Menschen benötigen am Arbeitsplatz deutlich mehr Licht als jüngere! Nicht nur wegen altersbedingt nachlassender Sehkraft, sondern auch aufgrund ihrer unterschiedlichen Konzentrationsrhythmen.

Rotes Licht und geringere Beleuchtungsstärken für Ambientebeleuchtung

Mit der Smart Home Lichtsteuerung kannst Du nicht nur morgens hohe Beleuchtungsstärken und kühle Farbtemperaturen – abgestimmt auf das einfallende Tageslicht – in Dein System einprogrammieren. Auch am Abend bietet Dir das Smart Home System die richtige Beleuchtung: Du kannst gedimmtes, gerichtetes Licht wählen und mit geringerer Beleuchtung sanft den Raum illuminieren.

Kleiner Tipp: Wähle eine Kombination aus Lichtdecken, die tagsüber kühlweißes Licht großflächig in den Raum streuen und Strahler oder Arbeitsplatzleuchten mit gerichtetem Licht, die in den Abendstunden eine entspannende Beleuchtung erzeugen.

Du siehst schon, der Zweck der Räume ist bei der Lichtplanung ganz wichtig und manchmal gibt es Situationen, in denen es einfach ein Traum wäre, nicht erst den ollen Lichtschalter drücken zu müssen. Zum Beispiel, wenn Du abends im Winter vollbepackt mit Tüten nach Hause kommst und es stockfinster im Flur ist. Hier mal ein paar Beispiele aus dem Leben und smarte Lichtinspirationen dazu:

Welcome Home! Licht an im richtigen Moment

Das Smart Home begrüßt Dich: Mit vorinstallierten Lichtszenarien lassen sich nicht nur alle Lichter zu Hause mit einem Klick in der Handy-App anknipsen. Du kannst auch Lichtschalter so programmieren, dass sie sich automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt selbst einschalten. Das erfolgt ebenfalls durch die Vernetzung der Lampen, Schalter, Steckdosen und des Smartphones über eine Zentraleinheit, wie z. B. dem Access Point von wesmartify. Übrigens: Diese sogenannten Welcome Home Funktionen gibt es im Smart Home nicht nur für die Beleuchtung, sondern auch für die Heizung, Jalousien, Klimaanlage und mehr.

Präsenzmelder in Kellerabgängen, Küche und Bad

Nie mehr stolpern im Dunkeln mit sensorbasierten Lichtszenarien, die auf Bewegung reagieren. Dafür sorgen sogenannte Präsenzmelder. Sie sind besonders gut für den nächtlichen Einsatz in besonders großen Räumen bzw. für den Keller geeignet, in denen die Lichtschalter schlecht erreichbar sind. Das macht ganz nebenbei auch ökologisch Sinn: Denn die Lampen brennen nur dann, wenn sie tatsächlich benötigt werden und gehen aus, wenn sich nichts mehr im Raum rührt. In Fluren und Kellern ist ein Präsenzmelder auch deshalb zu empfehlen, weil er bei aktivierter Schutzfunktion eine Nachricht auf das Smartphone schickt und Alarm auslöst.

Dimmer für den Wohnbereich

Noch eine feine Erfindung für die Smart Home Lichtsteuerung sind Dimmer. Damit kannst Du die Beleuchtung besser an Deinen Tagesrhythmus anpassen: Das Licht geht morgens, einem natürlichen Sonnenaufgang ähnlich, ganz langsam an und wird nach und nach automatisch hochgedimmt. Praktisch ist der Dimmer aber auch abends für die späteren Stunden, wenn Du Dir vielleicht ein wärmeres Licht wünschst. Per Smartphone kannst Du es nun sogar von der Couch aus herunterdimmen.

Dimmer für den Schlafbereich der Kleinen

Wer Kinder hat, weiß, dass sich oft gruselige Monster unters Bett schleichen und das Einschlafen in völliger Dunkelheit ein absolutes No-Go ist. Ein kleines Nachtlicht muss in vielen Kinderzimmern an bleiben. Dimmer sind hier die perfekte Lösung: Du kannst Deine Kids beruhigt bei gedimmtem Licht einschlafen lassen und es nach ein bis zwei Stunden vom Wohnzimmer aus ausschalten. Der absolute Ober-Clou sind außerdem gemütliche Stimmungen in unterschiedlichsten Lichtfarben bei der nächsten Pyjamaparty. Alles möglich mit den smarten Dimmern.

Nie mehr schlaflos nach dem Zähneputzen: Dimmer mit wählbaren Lichtfarben im Bad

Eltern kennen noch ein weiteres Phänomen: Nach dem abendlichen Zähneputzen im Badezimmer sind die todmüden Kinder plötzlich wieder wie „angeknipst“. Das kann an den häufig hohen Blauanteilen im Licht der Badezimmerleuchten liegen. Kleine Rezeptoren im Auge nehmen diese Lichtsignale auf und signalisieren dem Körper: „Huch, so schön hell, Du musst schnell aufwachen: Hier ist überall Tageslicht!“ Und das war es dann mit der Nachtruhe. Grund dafür sind nicht nur die Lichtrezeptoren, sondern auch das Schlafhormon Melatonin, dessen Wert im Blut bei blauem Licht mit einer Wellenlänge von ca. 480 Nanometer drastisch sinkt. Die Lösung: Blaues Licht vor dem Zubettgehen und in den Schlafräumen vermeiden! Um Kinder auf den Schlaf vorzubereiten, helfen Dimmer, die die Beleuchtungsstärke senken und warme Lichtfarben erzeugen. Generell empfehlen wir in allen Räumen in den Abendstunden eher spotartige, direkt und nicht großflächig strahlende Leuchten, nicht zuletzt auch beim Leselicht am eigenen Bett!

Alles so schön bunt hier: das Farbspektrum einer Leuchte ist von der Birne abhängig

Wie funktioniert das mit den unterschiedlichen Farbspektren, fragst Du dich jetzt vielleicht. Ganz einfach: Dafür brauchst Du entsprechende warmweiße LEDs (kurz für „Licht emittierende Dioden“). Das sind elektronische Halbleiter, die unter Spannung Licht in den Farben Rot, Grün, Gelb oder Blau abgeben. Durch eine zusätzliche Leuchtschicht kann auf diese Weise mit blauen LEDs weißes Licht erzeugt werden.

Nachhaltigkeitscheck: Smarte Lichtsteuerung misst und senkt den Energieverbrauch

Laut Internationaler Energieagentur (IEA) werden gut 15 Prozent der Energie weltweit in Beleuchtung investiert. Smarte Lichtsteuerung eröffnet hier viel Einsparungspotenzial durch eine effizientere Nutzung dieser Ressource. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) der Bundesregierung, die in ihrer überarbeiteten Form seit 2014 in Kraft ist, regelt konkret die Anforderungen für einen effizienten Einsatz von Licht. Für dessen nachhaltige Nutzung können laut Verordnung LED-Leuchten angebracht werden. Zudem kann eine Lichtsteuerung zum Einsatz kommen, die dimmbare Leuchten nutzt, um Helligkeit tageszeitabhängig flexibel auszusteuern. Das kann helfen, bis zu 35 Prozent Energie zu sparen! In Kombination mit Präsenzmeldern und Zeitschaltern sind sogar 55 Prozent möglich. Nicht schlecht, diese Smart Home Lichtsteuerung!

Noch etwas Erhellendes zum Thema: Einige Tools und Geräte zum Schalten und Dimmen bieten Dir auch die Möglichkeit, den Verbrauch Deiner Lampen zu messen. Dafür gibt es spezielle Schalter, manche von ihnen sind unter dem Putz angebracht, andere darüber. Eine Auswahl findest Du hier.

Um jetzt direkt mit der Einrichtung Deiner individuellen Lichtsteuerung loszulegen, kannst Du hier ein praktisches Starter-Set erwerben, das Dir den Einstieg erleichtert. Du hast weitere Fragen oder wünscht eine persönliche Beratung bei Dir vor Ort? Dann sprich uns am besten direkt an: Kontakt

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